V-Charge: Autonomous Valet Parking and Charging for e-Mobility

V-Charge Live-Demo am Flughafen Stuttgart, 2014
projects

Projektübersicht

Elektrofahrzeuge versprechen nachhaltige Mobilität – doch aktuelle Technologie hat erhebliche Limitierungen: Reduzierte Reichweite, lange Ladezeiten. Daher sind E-Autos noch keine realistische Alternative zu Verbrennern bei Langstreckenfahrten.

Das V-Charge Projekt entwickelt ein innovatives Konzept: Reisende nutzen ein modernes Fernverkehrsnetz (Zug, Bus) und steigen dann auf vollautomatische Elektrofahrzeuge um, die die letzten Kilometer vom Bahnhof nach Hause bewältigen. Diese Fahrzeuge können sich selbstständig in spezialisierten “Park & Ride” Anlagen einparken und aufladen – gesteuert über eine Smartphone-App.

V-Charge Mobile App Interface

Meilenstein: Live-Demo Stuttgart Airport (2. April 2014)

Das Projekt erreichte einen kritischen Meilenstein: Vollautomatisches Valet Parking in der Bosch-Parkgarage am Flughafen Stuttgart.

Wie es funktioniert:

  1. Fahrer sendet Kommando über App („Park my car").
  2. Fahrzeug verbindet sich mit dem Parkgaragen-Server.
  3. System findet freien Parkplatz und freie Ladestation.
  4. Fahrzeug fährt autonom zur Ladestation, parkt ein und lädt auf.
  5. Fahrer ruft Fahrzeug per App ab → Fahrzeug fährt autonom zurück.

Hindernisvermeidung (andere Fahrzeuge) funktioniert vollautomatisch.

V-Charge Mobile App Interface


Meine Beiträge

Als Teil des Teams der Technischen Universität Braunschweig war ich verantwortlich für:

1. Kommunikationsframework (V2I & V2V)

  • Entwicklung Vehicle-to-Infrastructure (V2I) Protokoll für Fahrzeug-Server-Kommunikation
  • Vehicle-to-Vehicle (V2V) Kommunikation für gegenseitige Erkennung und Kollisionsvermeidung
  • Mobile User Device Integration (Smartphone-Apps für Fahrer)
  • Security & Trust Concepts: Kryptographische Authentifizierung, sichere Schlüsselverwaltung

2. Ressourcen-Management & Optimierung

  • Effiziente Zuweisung von Parkplätzen und Ladestationen zu Fahrzeugen
  • Entwicklung und Evaluierung von Scheduling-Algorithmen basierend auf realen Parkstatistiken
  • Optimierung für verschiedene Nutzungsszenarien (Flughafen, Bahnhof, Parkhaus)

3. Backend-System & Datenmanagement

  • Zentraler Parkierungsverwaltungs-Server (Parkplatz- und Ladesystem-Verwaltung)
  • Kartendaten-Speicherung, Aktualisierung und Verteilung
  • System-Monitoring & Remote-Debugging (Fahrzeugzustand, Verbindungsqualität)

Projekt-Details

AspektDetails
KoordinationETH Zürich
Beteiligte UniversitätenTU Braunschweig, Universität Oxford, Universität Parma
IndustriepartnerBosch, Volkswagen AG
FinanzierungEU Framework Programme 7 (FP7)
Projekt-Nummer269916
Budget5,63 Millionen Euro
Zeitraum1. Juni 2011 – 30. September 2015
Publikationen15+ begutachtete Konferenzbeiträge & Journalartikel

Tech Stack

  • Protokolle: IEEE 802.11p (DSRC/ITS-G5), V2X-Standards
  • Backend: C++, Linux, ROS (Robot Operating System)
  • Datenbanken: PostGIS (geospatiale Datenverarbeitung)
  • Sicherheit: PKI, digitale Signaturen, Kryptographie
  • Fahrzeuge: VW Golf (automatisiert mit Bosch-Systemen)

Galerie

V-Charge Sensoren und Kamerasysteme
V-Charge Cockpit


Relevanz für heute

Das V-Charge Projekt war Vorreiter in mehreren Bereichen, die heute zentral für die Automobilindustrie sind:

Autonomes Fahren in kontrollierten Umgebungen
Vehicle-to-Infrastructure (V2I) Kommunikation (heute Standard bei 5G-V2X)
IoT-Security bei hochautomatisierten Systemen
Cloud-basierte Flottenmanagement (heute: Connected Car Services)

Diese Forschung war Grundlage für meine späteren Rollen in CARIAD und der Rivian-Partnerschaft, wo ähnliche Konzepte im Scale-up Phase sind.